Vorweihnachtliche Gedanken über das Schenken

Dem Geschenkewahn verfallen?

von Annemarie Burgher am 08.11.2017

Volle Einkaufsstraßen zu Weihnachten - © Smileus / stock.adobe.com / #127504760

Gerade in der Vorweihnachtszeit machen sich viele Menschen Gedanken über das Schenken – aber natürlich ist das Thema das ganze Jahr über aktuell.

Vielleicht macht man sich um die Weihnachtszeit mehr Gedanken – und bricht auch schneller in Panik aus – weil man zu einem Datum gleich mehrere Menschen beschenken muss. Ansonsten sucht man ja in der Regel ein einziges Geschenk, etwa zum Geburtstag, Taufe, Kommunion, Jubiläum, etc. Und dieses für eine Person einer einzigen Altersgruppe.

An Weihnachten gilt es, das Richtige für den 70-jährigen Opa, die 40-jährige Schwester, den 15-jährigen Neffen und die eigene 5-jährige Tochter zu finden. Außerdem oft noch Geschenke für Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, die Putzfrau und die nette Kindergärtnerin.

Gerade in der heutigen Wohlstandsgesellschaft kommt noch das zusätzliche Problem auf, dass alle alles zu haben scheinen. Guter Rat ist also manchmal teuer – ebenso wie so manches Geschenk.

Fallschrimsprung als Erlebnis schenken - © Sky Antonio / stock.adobe.com / #144712121

Erlebnisse schenken

Eine tolle Möglichkeit ist es daher, statt materieller Dinge Erlebnisse zu schenken. Also zum Beispiel einen Fallschirmsprung für den wagemutigen Freund, ein schickes Essen auf der Ritterburg für die mittelalterlich interessierte Schwester mit ihrem Mann, ein Schnupperkurs zum Aquarellmalen für Senioren für den kunstbegeisterten Opi, usw. Falls das Geschenk zu teuer ist, ist auch nichts dabei, das Geschenk zu zweit oder dritt zu schenken.

Berg aus Spielzeug - © Zarya Maxim / stock.adobe.com / #173531315

In der Familie absprechen, nicht zu übertreiben

Oft wird mit den Geschenken mittlerweile ziemlich übertrieben, eben weil wir uns das alles jetzt leisten können. Deshalb werden Geschenke oft gar nicht mehr richtig gewürdigt und der eigentliche Sinn des Schenkens und des Anlasses selbst geht verloren. In der Regel passiert das auch, weil ein Geschenkdruck entstanden ist. Immer größer, immer teurer, immer mehr. Einer allein kann das nur schwer durchbrechen, denn das kleinere Geschenk könnte als Geiz ausgelegt werden, missbilligende Blicke hervorrufen etc. Besser ist es, vorab gemeinsam eine Entscheidung zu treffen und diese dann auch konsequent durchzuhalten. So kann es eine gute Idee sein, ein Geldlimit zu setzen, an das sich alle halten sollten.

Vor allem für Kinder ist es überhaupt nicht gut, wenn sie mit einem Haufen meist nutzlosem Spielzeug überhäuft werden und am Ende gar nicht wissen, womit sie spielen sollen und eigentlich gar nichts so richtig genießen.

Geschenke mit Liebe geben mehr - © kesipun / stock.adobe.com / #96691702

Den Sinn dahinter nicht vergessen

Und zum Schluss noch ein ganz wichtiger Aspekt – bitte in dem ganzen Konsumrausch nicht den Sinn der Weihnacht vergessen. Es ist ein Fest der Familie und sollte entsprechend gefeiert werden. Geschenke sollen Liebe ausdrücken und nicht Kaufkraft. Menschen freuen sich wesentlich mehr darüber, dass sich jemand die Zeit genommen hat, ein wirklich originelles und passendes Geschenk mit Liebe zu suchen und zu finden, als wenn sie merken, dass der Schenker einfach nur im letzten Moment hektisch durch das Kaufhaus gerannt ist und ein zwar teures, aber letztendlich gedankenloses Geschenk gekauft hat.

Also lieber rechtzeitig mit den Überlegungen anfangen, sich eventuell eine Liste mit Geschenkideen für jede Person machen und genug Zeit für den Einkauf einplanen, am besten mehrere Tage – denn Schenken soll Spass machen!